To see or not to see

The word ‘see’ has different uses. You can see an object or a picture, where you see what is directly in front of you. But there is also seeing-as.

Seeing a likeness in someone’s face, for instance, or seeing a geometrical drawing as a glass cube, seeing a triangle as a mountain, wedge or arrow. And we all know the rabbit-duck drawing, in which you can recognize a rabbit as well as a duck.

The Austrian-British philosopher Ludwig Wittgenstein (1889-1951) calls this experience ‘noticing an aspect’, or aspect perception (Aspektwechsel): you notice that the object you are looking at has not changed, and yet you see it differently.

Aspect perception is an unstable state. Only in the change of aspect does one become conscious of the aspect. In general, it involves noticing a similarity. You can say that you experience a comparison, an object is seen as a variation, or derivation, or copy, of another one.

When you see a tree, for example, and realize that it is a tree, you see its resemblance with other trees. Seeing is comparing, seeing is interpreting.

Everything we perceive, we perceive in its relevant aspects: in a picture we immediately see what it represents and we respond to it accordingly.

Seeing an aspect means recognizing an aspect that you hadn’t seen like that before. The picture doesn’t change, and our seeing doesn’t change either. It’s our interpretation that changes.

This raises the question whether a picture is seen or thought of.

Der Begriff ‘sehen’ hat unterschiedliche Bedeutungen. Man kann Objekte oder Bilder, die sich unmittelbar vor einem befinden, sehen, im Sinne von registrieren. Man kann aber auch etwas sehen-als.

Man kann z.B. eine Ähnlichkeit in einem Gesicht sehen, oder eine geometrische Zeichnung als gläsernen Kubus, ein Dreieck als Berg, als Keil oder Pfeil. Und fast jeder kennt die Hase-Ente Zeichnung, in der man sowohl einen Hasen als eine Ente erkennen kann.

Der österreichisch-englische Philosoph Ludwig Wittgenstein (1889-1951) nennt diese Erfahrung ‘Aspektwechsel’: das Objekt des Sehens hat sich nicht geändert und trotzdem sieht man es anders.

Aspektwechsel ist ein instabiler Zustand. Nur indem der Aspekt wechselt, wird man sich des Aspekts bewusst. Generell hat dies mit dem Erkennen einer Ähnlichkeit zu tun. Man könnte sagen, dass man einen Vergleich erfährt. Ein Objekt wird als Variation, als Abweichung, Ableitung oder Kopie erfahren.

Wenn man einen Baum sieht und realisiert, dass was man sieht ein Baum ist, dann sieht man die Ähnlichkeit zu anderen Bäumen. Sehen ist vergleichen, sehen ist interpretieren.

Alles was wir erkennen, erkennen wir als dessen relevante Aspekte: auf einem Bild sehen wir sofort, was es repräsentiert und reagieren dementsprechend darauf.

Einen Aspekt zu sehen, heißt einen Aspekt zu erkennen, den man vorher so nicht gesehen hat. Das Bild verändert sich dabei nicht und unser Sehen verändert sich auch nicht. Es ist unsere Interpretation, die sich ändert.

Das wirft die Frage auf, ob ein Bild von uns gesehen oder gedacht wird.

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